Terminal 3: Was im Verborgenen liegt von John Beckmann, Ivar Leon Menger

Terminal 3: Kapitel 22

Duane Parker 

Der Verwaltungstrakt der TSA erwacht langsam zum Leben. Glattgebügelte Hemden mit einfarbigen Krawatten und Blusen mit knielangen Röcken oder Hosenanzügen eilen geschäftig durch die Flure. Hinter den vielen Türen rattern Drucker, klackern Tastaturen, klingeln Telefone. Die Melodie der Arbeit.

Sie klingt schief an diesem Morgen.

Das Vorzimmer ist dunkel, der Computermonitor schwarz. Elenors Arbeitszeit beginnt erst um halb neun. Ich gehe in mein Büro und schließe die Tür hinter mir genauso wie die Jalousien zu beiden Seiten. Dann erst schalte ich die Schreibtischlampe ein.

Der Raum wirkt größer, als er eigentlich ist. Wegen der vielen Fenster. Die eine Reihe erstreckt sich zum Parkplatz hin, die andere bietet Ausblick auf das Vorzimmer. War bestimmt schrecklich modern, als das Ganze vor dreißig Jahren gebaut wurde. Die Wände sind weiß. Keine Bilder, keine gerahmten Urkunden. Die Einrichtung ist übersichtlich. Ein Schreibtisch, mit einem Sessel dahinter und zwei Besucherstühlen davor, ein schmaler Schrank in der Ecke. Die Aufgeräumtheit stammt noch von meinem Vorgänger, Greg Sneyder. Die Welt ist schon kompliziert genug, hat er immer gesagt. Greg war zweifellos ein Arschloch, aber es war nicht alles schlecht an ihm. Ich habe nur den Sessel neu beziehen lassen und einen größeren Schreibtisch reingestellt. Den Rest habe ich übernommen. Auch Elenor saß bereits vor meiner Zeit als Federal Security Director im Vorzimmer.

Ich nehme einen der Besucherstühle und stelle ihn in die Ecke. Dorthin, wo der Blick als letztes hinfällt, wenn man den Raum betritt. Ich überlege, was es sonst noch zu tun gäbe.

Es gibt nichts.

Ich knipse die Lampe aus. Schwaches Licht sickert von der Parkplatzseite durch die Lamellen. Draußen ist es bereits taghell, doch jenseits des Schreibtisches herrscht absolute Dunkelheit. Die Jalousien sind ausgesprochen blickdicht. Ebenfalls etwas, das ich von Greg übernommen habe.

Ich halte gern ein Mittagsschläfchen. Greg hingegen wollte Elenor auch während der Bürozeiten vögeln können.

Ich setze mich auf den Platz in der Ecke und suche nach einer halbwegs bequemen Position. Es ist unmöglich, die Besucherstühle sind einfach zu klein. Außerdem verrät ein tiefes Knarren, das die Metallgestänge meine Bemühungen nicht mehr lange mitmachen werden.

Ich stehe auf und lehne mich neben den Stuhl an die Wand. Ich frage mich, ob ich von der Tür aus zu sehen bin.

Wahrscheinlich dauert es nicht allzu lange, bis ich es herausfinden werde.

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