Terminal 3: Was im Verborgenen liegt von John Beckmann, Ivar Leon Menger

Terminal 3: Kapitel 26

Karen Donell

Zimmer 401. Am anderen Ende des Ganges im vierten Stock. Eines unserer Premium-Zimmer.

Alles ist für die Ankunft von Mr. Khin vorbereitet. Das Bett ist gemacht, die Vorhänge sind zurückgezogen, der Schreibtisch wurde mit Blöcken und Kugelschreiber bestückt, der niedrige Beistelltisch mit frischem Obst.

Der Servicewagen steht am Bettende zwischen Schlaf- und Arbeitsbereich. Eine weiße Decke reicht hinunter bis zu den Rädern. Darauf steht, in durchsichtiges Geschenkpapier verpackt, der Präsentkorb.

„Ich habe ihn heute Morgen hineingeschoben“, sage ich. „Davor stand er in Suite 407. Bis ich Mr. Terry dort einquartiert habe.“

Marc nähert sich mit vorsichtigen Schritten. Er lässt den Servicewagen nicht aus den Augen. Als sei er ein wildes Tier, das jeden Augenblick aus seinem Winterschlaf erwachen könnte.

„Der Korb?“, fragt er.

Ich schüttele den Kopf. „Der kam erst letzte Nacht. Außerdem wurde er geliefert.“

Marc umrundet den Servicewagen. Auf der gegenüberliegenden Seite bleibt er stehen. „Hier ist sie.“

Mir stockt der Atem.

„In dem Zwischenfach“, sagt Marc und beugt sich herab. „Die Decke ist auf dieser Seite viel kürzer. Eine Geschenkbox. Rosa-glänzendes Papier. Mit Schleife, glaube ich.“

Mr. Khin liebt Geschenke, denke ich.

Vom Gang her ertönt eine Stimme. „Stehenbleiben! Polizei!“

Zwei uniformierte Polizisten. Sie haben ihre Waffen bereits gezogen. Wahrscheinlich hat Mr. Marquez sie gerufen.

„Keine falsche Bewegung!“, ruft einer der Polizisten.

„Ich will Ihre Hände sehen!“, ruft der andere.

Marc steht langsam auf und legt seine Handflächen auf den Kopf. Ich folge seinem Beispiel.

„In dem Servicewagen ist eine Bombe“, sagt er.

„Sie kommen jetzt langsam aus dem Zimmer heraus!“, entgegnet der erste Polizist.

„Haben Sie verstanden, was ich gesagt habe?“, fragt Marc. „In dem Servicewagen befindet sich eine Bombe.“

„Und deshalb kommen Sie jetzt aus dem Zimmer heraus! Und zwar sofort!“

Marc geht an mir vorbei. „Bleiben Sie hinter mir.“

Auf dem Flur legen uns die Polizisten Handschellen an. Als das zweite Klicken erklingt, öffnet sich die Fahrstuhltür und eine schwer gepanzerte Gestalt tritt heraus.

„Sie ist hier“, sagt einer der Polizisten und zeigt ins Zimmer hinein. „Wahrscheinlich in dem Servicewagen.“

Wir haben es geschafft.

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